Festspiele 2022

Die Festspiele 2022 sind zu Ende

Nur Regen und Hitze können das Ergebnis etwas trüben
Festspiele Wangen ziehen insgesamt eine positive Bilanz

Die Festspiele Wangen 2022 sind am Sonntag mit einer komplett ausverkauften Vorstellung von „Des Kaisers neue Kleider“ bei herrlichem Sonnenschein über die Bühne im Zunftwinkel gegangen. Ein für alle – Schauspieler, Regie, Technik und Verein – schönes Ende dieser insgesamt guten Saison.
Das Wetter spielte nicht immer ganz mit. „Wir mussten vier volle Spieltage von 15 in die Stadthalle verlegen. Zweimal mussten wir abbrechen, weil der Regen früher eingesetzt hatte als vorausgesagt und so heftig, dass es unmöglich war fortzusetzen“, sagt Christoph Morlok. Wer den Abbruch erlebte, bekam das Angebot, an einem späteren Termin noch einmal kommen zu können. „Dieses Angebot wurde sehr gerne angenommen“, sagt Morlok. Die Aufführungen in der Stadthalle waren schwächer besucht als jene im Freien – möglicherweise auch, weil angesichts der Pandemie viele Menschen noch sehr vorsichtig mit dem Besuch von Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind, vermutet er.

Auch die Hitze der ersten Wochen tat ihr Übriges. Nachmittags blieben an den besonders heißen Tagen Sitze leer – trotz weiter verbesserter Sonnensegel im Zunftwinkel. „Des Kaisers neue Kleider“ nach dem Märchen von Hans-Christian Andersen hatte eine Auslastung von 66 Prozent. Darunter waren viele Erwachsene, die ohne Kinder kamen und sich laut Morlok „ fast schon dafür entschuldigten“. Doch die Geschichte vom Kaiser, der von falschen Beratern umgeben ist, schien den Zeitgeist bestens zu treffen.

Wie in den vergangenen Jahren hatte das Abendstück die stärkere Wirkung als das Familienstück. „Kleiner Mann, was nun?“ nach dem Roman von Hans Fallada kam auf eine 75-prozentige Auslastung und stieß beim Publikum auf große Zustimmung. Auch hier wurden auf der Bühne sehr aktuelle Themen diskutiert: unter anderem die Furcht vor dem Arbeitsplatzverlust, der Inflation und dem Abgleiten in die Armut.

Das Team um den Künstlerischen Leiter Peter Raffalt habe sich in Wangen sehr wohl gefühlt, sagt Morlok. So trennte sich das Ensemble am Sonntag auch mit ein bisschen Wehmut nach der Derniere.

Zunftwinkel mit voller Tribühne bei der letzten Vorstellung

"Des Kaisers neue Kleider."

Zeitungsausschnitt Schwäbische Zeitung vom 01.08.2022

Zum Artikel:   Schwäbische Zeitung von Babette Caesar

„Kleiner Mann – was nun?“

Mit der Premiere am 27.07.2022 startet die neue Festspielsaison. Freuen Sie sich mit uns auf ein berührendes Theaterstück


Zeitungsausschnitt

Zum Artikel:   Schwäbische Zeitung von Babette Caesar



Peter Raffalt zu den Stücken 2022


Als eine „Perle der deutschsprachigen Literatur“ bezeichnete Peter Raffalt das Fallada-Stück, das in den 1920er Jahren spielt und von einem Mann erzählt, der arbeitslos geworden, versucht, seine kleine Familie über Wasser zu halten. „Denken Sie sich eine Glamourwelt mit Wohlstand und Partys, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht und in der Arbeit zu haben Glück bedeutet – und über all dem hängt das Damoklesschwert auf dem steht Wirtschaftskrise und Finanzkrise“, schilderte Raffalt den großen Rahmen der Geschichte. Viele Erzählsträngen könnte man in dem 500-Seiten-Werk von Hans Fallada verfolgen, doch zwei Stunden auf der Bühne zwingen dazu, sich zu konzentrieren. Und so wird die Kernaussage nicht der soziale Abstieg, sondern die Liebe sein, die die kleine Familie verbindet. „Damit kannst du durch den düstersten Sumpf waten“, sagte Raffalt, der in dem Stück auch die Regie übernimmt. Fans des Romans seien gewarnt, dass die Fokussierung auf das Wesentliche auch das Weglassen vieler Charaktere bedeutet und so manche „große“ Rolle hier eher klein daherkommen wird.

Kein Boulevard wie vergangenes Jahr bei „Die Niere“ bieten die Festspiele also an, sondern „ein poetisches, lebensbejahendes Stück mit viel Humor, das aber auch die Frage nahelegt, ob sich Geschichte doch wiederholen kann“, wie Raffalt sagt.
Sehr witzig und hintergründig ist auch die Geschichte vom Kaiser, der sich von zwei Betrügern für viel Geld vorgeblich neue Kleider aufschwatzen lässt. Sie seien nur für jene sichtbar, die ihres Amtes würdig und nicht dumm seien. Das Spiel der Betrüger geht so lange gut , bis ein Kind die Wahrheit ausspricht, dass der Kaiser nämlich nackt ist. Berater dieser Art gebe es an vielen Ort - bei Banken, im Gesundheitswesen, in der Politik und auch noch anderswo, sagte Raffalt. Nun werden also die Festspiele das Thema aufs Korn nehmen, wobei der Regisseur sicher ist, dass die Wangener Fassung mindestens so gut, wenn nicht besser als das Original ist.
Im Team der Festspiele gibt es neben Peter Raffalt noch weitere bekannte Gesichter: Elke Gattinger sorgt für die Kostüme, Georg Brenner für die Musik. Und neben den beiden Laienschauspielern Frank-Peter Käse und Reinhard Harnoß und im Team mit vier Profis tritt ein weiterer Wahlwangener auf: Lukas Kientzler, der zum ersten Mal 2015 in „Der Vorname“ spielte hat jetzt sein viertes Engagement in Wangen. Er ist besonders glücklich darüber, weil er inzwischen „stolzer Papa“ und Wangener Bürger ist, wie er erzählt. Neu im Boot ist Bühnenbildner Florian Angerer und Assistentin Caroline Ufer. Das Schauspielteam wird in Bälde komplett sein.
Oberbürgermeister Michael Lang sagte, er freue sich sehr, dass der Festspielverein mit Manfred Wolfrum, Christoph Morlok, Brigitte Dorn, Dorothee Schulz-Nowitzki und Amelie Rapp für den Sommer wieder Theater im Zunftwinkel anbieten will. „Sie drehen ein großes Rad mit wenigen Händen“, sagte er und fügte an: „Die Menschen sind hungrig nach schönen Erlebnissen“, sagte er.
Die beiden Vorstände Manfred Wolfrum und Christoph Morlok dankten OB Lang für das städtische Engagement und Peter Raffalt dafür, dass er sich wieder in den Dienst der Festspiele Wangen stellt. Der Verein hofft, dass auch in diesem Jahr die Sponsoren an seiner Seite stehen, denn ohne privates Sponsoring ist eine aus der Bürgerschaft heraus organisierte Veranstaltung wie die Festspiele Wangen nicht denkbar, wie Manfred Wolfrum und Christoph Morlok betonten. Noch sucht der Verein private Wohnungsgeber für das Team, wohlwissend dass gerade so ein Ansinnen im Jahr erwartbar hoher Flüchtlingszahlen mit Schwierigkeiten verbunden ist. Probenbeginn ist am 7. Juni 2022. Gespielt wird ab Mittwoch, 27. Juli 2022. Der letzte imaginäre Vorhang fällt im Zunftwinkel am Sonntag, 21. August 2022. Angesichts mehrerer, nicht gut einschätzbarer Ereignisse und Risiken wie Corona und der Ukraine-Krise, wird der Kartenverkauf auch in diesem Jahr erst spät im Juni oder Juli beginnen.



Für den kleinen Hunger und für den Durst werden Getränke und kleine Stärkungen von dem Catering-Team angeboten.



Karten Abendstück

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Plakat: Kleiner Mann was nun? nach Hans Fallada
Karten Familienstück

Hier können Sie Karten für das Familienstück bestellen.



Plakat: Des Kaisers neue Kleider





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