Ensemble


Magdalena Oettl

Magdalena Oettl

Magdalena Oettl

Volpone: Leonessa, eine männerverachtende Boxerin,
Aladdin: Prinzessin Bedr El Budur.


 

Magdalena Oettl kennen die Wangener Festspielfreunde als höchst betriebsames „Mäuschen“ im „Gestiefelten Kater“, das mal hier und mal da auftauchte – eine leichte, fröhliche Rolle. Als sie danach in Salzburg am Schauspielhaus – wieder unter der Regie von Peter Raffalt – in die neue Produktion einstieg, hatte sie es mit einem Stoff zu tun, der sie auch weit über das Theater hinaus beschäftigte: Es ging um den „Jägerstetter“. Der Name Franz Jägerstätter ist in Österreich zum Inbegriff des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus geworden. Für seine Überzeugung ging er 1943 in den Tod. Unterstützung fand er nur in seiner Frau Franziska, die von Magdalena Oettl gespielt wurde.

„Es war eine besondere Verantwortung, diese Rolle zu spielen“, sagt sie. „Denn Kinder und Enkel der Jägerstetters leben noch.“ Doch die Arbeit war ein Erfolg auf der ganzen Linie: Bei der Premiere hielt es das Publikum am Ende nicht auf den Stühlen. „Der ganze Saal stand – das habe ich bis dahin noch nicht erlebt“, sagt sie. In das Thema habe sie richtig eintauchen können. So weit, dass ihr Freund irgendwann einmal mahnte: „Aber du bist nicht Franziska Jägerstetter, du bist Magdalena.“ Ein bisschen Entspannung gab es – was den Inhalt anging – bei einer Komödie zu Silvester.

Doch der nächste interessante Stoff lag schon vor: „Srebrenica“ nach dem Bericht von Hasan Nuhanovic. Er verlor bei dem Massaker seine komplette Familie. Das Schauspielhaus Salzburg zieht Parallelen zu heute: Damals habe Europa sein Werte aufgegeben. Und heute sei es gerade wieder dabei. Magdalena Oettl arbeitete dieses Mal als Regiesassistentin. Fasziniert von der Materie fuhr sie kurz bevor sie nach Wangen kam nach Bosnien, um zu sehen wie die Hilfsorganisation „Bauern helfen Bauern“ aus Österreich dort bis heute den Aufbau unterstützt. „Das waren sehr intensive Tage“, sagt sie.
Die ersten Probenwochen in Wangen und Umgebung konnte die 27-Jährige noch ein bisschen genießen, denn in beiden Stücken kommt sie erst im Fortgang der Ereignisse auf die Bühne. Aber, sagt sie: „Ich freue mich, wenn es richtig losgeht – ganz besonders auf den Aladdin.“


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