Peter Raffalt

Peter RaffaltKünstlerischer Leiter, Regie

Raffalt stammt aus Villach, hat seinen Beruf an der Schauspielschule in Stuttgart studiert und hat zuletzt am Wiener Burgtheater „Die Junge Burg“ aufgebaut.
Die Festspiele Wangen hatten die Position des künstlerischen Leiters samt der Regie von Abend- und Familienstück neu ausgeschrieben. Nach zwei erfolgreichen Produktionen mit Tobias Materna wollte der Vorstand den Festspielen Wangen noch einmal eine neue Handschrift zu verleihen.

Der Regisseur, Schauspieler und Autor Peter Raffalt betritt mit den Festspielen Wangen Neuland für sich. „Es reizt mich, bei dieser Aufgabe die künstlerische Leitung zu übernehmen und zu sehen, wie in so einer vergleichsweise kleinen Stadt Kultur auf die Beine gestellt werden kann“, sagt Raffalt. Möglich, dass er sich, wenn er im Juni in Wangen mit der Arbeit beginnt, an „eine seiner schönsten Zeiten im Leben“ erinnert. Nach der Handelsschule und zwei Wanderjahren im Ausland arbeitete er als junger Mann zu Hause in Kärnten auf einem alten biologisch-dynamischen Bauernhof, betreute dort Jugendliche mit Behinderung und genoss in der Nähe der Stadt das Landleben.
Dabei fand er auch seine Berufung: Ein Freund hatte in ihm die Lust am Theater geweckt, und er probierte sich in seiner Freizeit im Laientheater in Villach aus – mit dem Ergebnis, dass er das Hobby zum Beruf machen wollte.
Seine Karriere baute der erfolgreiche Schauspieler und Regisseur an bekannten Häusern auf: In Stuttgart schaffte er nach dem Studium den Einstieg und unterrichtete unter anderem an der Schauspielschule. Privat war diese Zeit prägend, weil er seine Frau kennenlernte und Vater zweier Kinder wurde. Nach zwölf Jahren wechselte Peter Raffalt ans Stadttheater Trier, dann nach Bochum ans Schauspielhaus. Neben seiner Arbeit am Theater befasste er sich in einem Fernkurs mit dem literarischen Schreiben. Er verfasste Dramen, Kurzprosa und Kinderliteratur. Ein bezauberndes Beispiel dafür findet sich auf seiner Homepage peterraffalt.com mit der Leseprobe der „Geschichte vom hölzernen Mann“.
„Ich bin dann auch relativ spät ins Filmen eingestiegen, eigentlich erst, als die Kinder schon halbwegs groß waren“, erzählt er. Die Zeit in Bochum beschreibt Raffalt als äußerst vielseitig. Er drehte, er schrieb, er spielte Theater und er inszenierte selber. Nach einer weiteren Station am Schauspielhaus Zürich – wo er unter anderem 30 Hörbücher für die Schweizerische Blindenbibliothek aufnahm- ging er nach Wien ans legendäre Burgtheater. Drei seiner Produktionen, die er in der von ihm gegründeten Reihe „Die Junge Burg“ inszenierte, zeichnete das ORF auf ein Kompliment an seine Arbeit.